Mehr als 1.000 Feuerwehrleute bekämpfen derzeit drei große aktive Brände in Portugal

Aerith

Über 1.000 Feuerwehrleute bekämpfen derzeit drei große Waldbrände in ganz Portugal. Die Brände in Ponte da Barca, Arouca und Penamacor stellen die Grenzen der portugiesischen Notfallteams auf die Probe. Die Situation wird durch starke Winde, steiles Gelände und heiße, trockene Bedingungen erschwert, die seit Wochen anhalten (und bis in diese Woche anhalten).

Ein Kampf an drei Fronten

Die drei Brände breiten sich über entfernte Regionen des Landes aus: den Nordwesten, den zentralen Norden und das zentrale Landesinnere. Dies erforderte eine weiträumige Verteilung der Notfallressourcen und erschwerte ein koordiniertes Vorgehen erheblich. Die Feuerwehrleute vor Ort wenden unterschiedliche Strategien an, die auf jeden Brand zugeschnitten sind. Die Bedingungen bleiben schwierig und Experten warnen, dass die Brände wahrscheinlich noch einige Zeit aktiv bleiben werden.

Das Arouca-Feuer – sechs Fronten und wachsende Intensität

Der Brand in Arouca, im Bezirk gelegenAveiro, begann am Montag und hat sich schnell zu einem gewaltigen Brand mit sechs aktiven Fronten ausgeweitet. Derzeit sind mehr als 500 Feuerwehrleute in der Gegend im Einsatz, unterstützt von Dutzenden Löschfahrzeugen und Luftunterstützung. Trotz dieser Bemühungen führte die Intensität des Feuers zur vorübergehenden Schließung der beliebten Paiva Walkways und desikonische Hängebrücke, die beide wichtige Touristenattraktionen in der Region sind.

Das raue Gelände und die dichte Waldbedeckung von Arouca machen es den Bodenteams schwer, die Kontrolle zu erlangen. Das Feuer hat sich unvorhersehbar weiter ausgebreitet, angetrieben durch böige Winde, die den Luftabwurf erschweren und den sicheren Zugang der Feuerwehrleute in einige der steileren Zonen verhindern.

Ponte da Barca – Wind und Isolation behindern den Fortschritt

In Ponte da Barca, im Bezirk gelegenViana do CasteloFast 400 Feuerwehrleute sind mit den härtesten Bedingungen konfrontiert. Dieses Feuer, das am Samstagabend in der ausbrachPeneda-Gerês-Nationalpark, bleibt außer Kontrolle und hat bereits in mehreren Bergdörfern zu Evakuierungen geführt.

Die bergige Landschaft der Gegend und die begrenzte Straßenanbindung machen die Brandbekämpfung zu einer extremen Herausforderung. Starke Winde fachen die Flammen an und führen zu gefährlichen Wiederentzündungen. In Orten wie Ermida und Froufe mussten die Bewohner schnell handeln, um ihre Häuser vor dem Fortschreiten der Flammen zu schützen. In Parada do Lindoso bleiben die Dorfbewohner in ständiger Alarmbereitschaft und arbeiten unermüdlich daran, zu verhindern, dass Ausbrüche ihre Häuser erreichen.

Mehrere Menschen wurden aus Häusern in der Nähe der Feuerlinie evakuiert. Einige fanden vorübergehend Zuflucht in örtlichen Kirchen, während sie auf Neuigkeiten warteten. Zu Beginn des Tages war die Luftunterstützung entscheidend gewesen, aber als die Nacht hereinbrach, mussten die Feuerlöscheinsätze aus der Luft eingestellt werden, sodass die Bodenmannschaften den Kampf ohne Unterstützung von oben fortsetzen mussten.

Tragischerweise überschlug sich auf der Autobahn A3 ein Feuerwehrfahrzeug, das auf dem Weg zu Verstärkungsmaßnahmen in Ponte da Barca war, wobei fünf Menschen verletzt wurden. Zum Glück war keine der Verletzungen schwerwiegend. Ein weiterer Feuerwehrmann, der am Sonntag Verbrennungen erlitt, wurde bereits aus dem Krankenhaus entlassen.

Der Ernst der Lage veranlasste die Behörden, den kommunalen Notfall- und Katastrophenschutzplan zu aktivieren, der den Feuerwehr- und Rettungsdiensten umfassendere Befugnisse einräumt und die Bürger dazu verpflichtet, Notfallanweisungen einzuhalten. Nach portugiesischem Recht kann die Weigerung, den Katastrophenschutzbehörden während eines solchen ausgerufenen Notfalls zu helfen, als krimineller Akt des Ungehorsams geahndet werden.

Penamacor – Flammen bedrohen mehrere Dörfer

Der dritte Großbrand ereignete sich in der Gemeinde Aranhas in Penamacor im Bezirk Castelo Branco. Die Flammen haben sich schnell zwischen Aldeia do Bispo und Aldeia de João Pires bewegt und rücken nun in Richtung Bemposta vor. Über 415 Feuerwehrleute arbeiten mit Unterstützung von rund 140 Fahrzeugen daran, den Brand einzudämmen.

Beamte befürchten, dass einige Häuser bereits verloren gegangen sein könnten. Lokale Behörden berichteten, sie hätten möglicherweise Explosionen von Gasflaschen gehört, als die Brände Wohnimmobilien erreichten. Unter solchen Bedingungen kann jede Fahrlässigkeit (ob versehentlich oder vorsätzlich) verheerende Folgen haben, insbesondere nach zwei Wochen extremer Hitze und weit verbreiteter Dürre. Pflanzen in der gesamten Region stehen unter erheblichem Wasserstress, wodurch sie auch leichter brennbar sind.

Unter den drei aktiven Bränden gilt Penamacor aufgrund seiner Nähe zu bewohnten Gebieten derzeit als das gefährlichste. Die anhaltende Bedrohung von Leben und Eigentum macht die Koordinierung der Brandbekämpfungsmaßnahmen hier besonders dringlich.

Die Rolle und Grenzen der Luftunterstützung

Luftfahrzeuge haben eine entscheidende Rolle bei der Verlangsamung des Fortschreitens der Brände gespielt, insbesondere bei Tageslicht. Feuerwehrleute weisen jedoch darauf hin, dass es bei diesen Werkzeugen oft eher um die Bewältigung von Risiken als um das vollständige Löschen von Flammen geht. In Gebieten auf Berggipfeln oder ohne Straßenanbindung tragen Hubschrauber und Flugzeuge dazu bei, die Ausbreitung des Feuers zu bremsen und zu verhindern, dass es gefährdetere Zonen erreicht. Doch ohne Folgemaßnahmen des Bodenpersonals ist ihre Wirkung begrenzt.

Portugals anhaltendes Brandrisiko

Nach Angaben des portugiesischen Instituts für Meer und Atmosphäre (IPMA) wird die Gefahr von Bränden in ländlichen Gebieten auch in den kommenden Tagen hoch bleiben. Die inneren nördlichen und zentralen Regionen sowie fast die gesamte Algarve sind aufgrund trockener Vegetation, Hitzewellen und böigen Winden besonders gefährdet.

Die Behörden fordern die Bevölkerung zu besonderer Wachsamkeit auf. Selbst kleine Funken von Grills, weggeworfenen Zigaretten oder landwirtschaftlichen Maschinen können sich unter den gegenwärtigen Bedingungen schnell zu unkontrollierbaren Waldbränden entwickeln.