Die neuesten vorgeschlagenen Änderungen am portugiesischen Staatsbürgerschaftsgesetz
Das portugiesische Parlament prüft derzeit wesentliche Änderungen seines Staatsbürgerschaftsgesetzeserstmals angekündigtim Juni 2025. Die vorgeschlagenen Reformen (über die noch diskutiert wird) könnten neu definieren, wer für die portugiesische Staatsangehörigkeit in Frage kommt und unter welchen Bedingungen sie verloren gehen kann. Hier finden Sie die neuesten Aktualisierungen und Änderungen vom Oktober 2025.
Die Debatte und Verzögerungen
Der neue Vorschlag zur Reform des Staatsbürgerschaftsgesetzes sollte im parlamentarischen Ausschuss für konstitutionelle Fragen, Rechte, Freiheiten und Garantien diskutiert werden, mit dem Ziel, in der Woche vom 13. Oktober 2025 eine Entscheidung zu treffen. Allerdings hat die Sozialistische Partei (PS) nun eine zusätzliche Woche beantragt, um den Gesetzesentwurf zu prüfen, Änderungen vorzuschlagen und über einige der sensibleren Themen nachzudenken. Der Ausschuss nahm den Antrag an und hat die Debatte nun auf den 22. Oktober 2025 verschoben. In diesem Zeitraum wird das Parlament auch verschiedene Gruppen konsultieren, darunter den Ständigen Rat des Rates der portugiesischen Gemeinschaften, der im Ausland lebende portugiesische Bürger vertritt.
Wichtige Änderungen im vorgeschlagenen Staatsangehörigkeitsgesetz
- Während die vorgeschlagenen Änderungen immer noch die Verlängerung der Staatsbürgerschaft von fünf auf sieben Jahre für Menschen aus der Gemeinschaft der portugiesischsprachigen Länder (CPLP) beinhalten, erlauben neue Reformen des Staatsbürgerschaftsgesetzes nun auch Bürgern der Europäischen Union, innerhalb von sieben Jahren portugiesische Staatsbürger zu werden, statt der zuvor vorgeschlagenen zehn Jahre. Diese Änderung soll für ein gerechteres System sorgen und das Gesetz stärker an den verfassungsrechtlichen Gleichheitsgrundsatz anpassen.
- Eine weitere wichtige Änderung besteht darin, dass der frühere Vorschlag, der das neue Staatsbürgerschaftsgesetz rückwirkend zum 19. Juni 2025 angewendet hätte, gestrichen wurde.
Änderungen zum möglichen Verlust der Staatsbürgerschaft
Ein umstritteneres Element der Reform betrifft den möglichen Verlust der Staatsangehörigkeit. Der neue Entwurf ermöglicht es Gerichten, eingebürgerten Bürgern, die zu einer effektiven Gefängnisstrafe von fünf Jahren oder mehr verurteilt wurden, die portugiesische Staatsbürgerschaft zu entziehen, vorausgesetzt, sie besitzen die portugiesische Staatsangehörigkeit seit weniger als zehn Jahren.
Allerdings sieht das Gesetz auch mehrere Schutzmaßnahmen vor. Gerichte müssen die Schwere der Straftat, den Grad der Integration der Person in die portugiesische Gesellschaft und die Frage berücksichtigen, ob die Tat eine Missachtung der Werte und der Sicherheit des portugiesischen Staates darstellt. Wichtig ist, dass der Verlust der Staatsangehörigkeit nicht allein aus politischen Gründen beantragt werden kann. Der Gesetzgeber betont, dass diese Strafe nicht dazu gedacht sei, ein Verbrechen doppelt zu bestrafen, sondern vielmehr schwere Vertrauensbrüche zwischen dem Einzelnen und dem Staat zu thematisieren.
Ein weiterer zentraler Punkt der Reform ist der Schutz vor Staatenlosigkeit. Die portugiesische Gesetzgebung verbietet strikt die Schaffung staatenloser Personen. Das bedeutet, dass die Staatsangehörigkeit nur jemandem entzogen werden kann, der noch eine andere Staatsangehörigkeit besitzt. Bürger aus Ländern, die keine doppelte Staatsangehörigkeit zulassen, wie Indien, China, Pakistan oder Bangladesch, wären daher vor dem Verlust ihrer portugiesischen Staatsbürgerschaft geschützt, da sie dadurch keine Staatsangehörigkeit mehr hätten.
Was als nächstes kommt
Zum jetzigen Zeitpunkt stehen viele Aspekte des Vorschlags noch zur Debatte. Der Präsident der Republik, Marcelo Rebelo de Sousa, hat die Sensibilität der vorgeschlagenen Maßnahmen anerkannt, insbesondere im Hinblick auf den möglichen Verlust der Staatsangehörigkeit. Er hat erklärt, dass er lieber den Abschluss der parlamentarischen Beratungen abwarten möchte, bevor er eine endgültige Stellungnahme abgibt. DerNeufassung des AusländergesetzesAuch das Gesetz, das im September nach Überarbeitung durch das Verfassungsgericht im Parlament angenommen wurde, wartet auf die Entscheidung des Präsidenten. Sein Urteil darüber, ob es zur weiteren Überprüfung zurückgeschickt werden soll, wird in Kürze erwartet.
Im Falle einer Verabschiedung könnte das überarbeitete Staatsbürgerschaftsgesetz die Integrationsanforderungen verschärfen, die für die Einbürgerung erforderliche Frist verlängern und die kriminelle Vorgeschichte und das Engagement der Antragsteller in der Gemeinschaft genauer prüfen.
Für diejenigen, die über mögliche Veränderungen besorgt sind, gibt es mehrere Schlüsselbereiche, die es zu beachten gilt. Es bleibt abzuwarten, ob Übergangsregelungen Menschen schützen, die sich bereits im Antragsverfahren für die Staatsbürgerschaft befinden. Der genaue Zeitpunkt für das Inkrafttreten des neuen Gesetzes muss ebenfalls noch festgelegt werden. Rechtsexperten diskutieren darüber, wie Gerichte die Begriffe „Integration“ und „Missachtung verfassungsrechtlicher Werte“ interpretieren würden und ob Ausnahmen für Langzeitaufenthalter gelten könnten.
Es besteht auch die Möglichkeit, dass Präsident der Republik, Marcelo Rebelo de Sousa, lieber das Ende der Debatte im Parlament abwarten wird, um zu entscheiden, ob die aktualisierte Fassung des Staatsbürgerschaftsgesetzes zur weiteren Prüfung an das Verfassungsgericht weitergeleitet werden soll oder nicht. Der Präsident kann seine endgültige Entscheidung auch verschieben, bis im nächsten Jahr ein neuer Präsident gewählt wird, und darauf warten, dass dieser die endgültigen Staatsbürgerschaftsreformen in Kraft setzt.
Letzte Gedanken
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass keine neuen Änderungen am Staatsbürgerschaftsgesetz abgeschlossen wurden und die Debatte im Parlament weitergeht. Antragsteller und Anwohner werden gebeten, auf dem Laufenden zu bleiben, da in den kommenden Wochen neue Änderungen und Entscheidungen die endgültige Fassung des Gesetzes beeinflussen könnten.
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